Renata Harris

CHANNEL CROSSING TO LIFE

von Brigitte Borgel und Angelika Rieber

Viele Jahre hatte Renata Harris sich nicht mit ihrer Vergangenheit beschäftigt. Erst eine Anzeige 2011 anlässlich der Errichtung eines Denkmals in Hoek van Holland zur Erinnerung an die Kindertransporte regte sie dazu an, sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Seither war sie mehrmals wieder in Deutschland, um mit Schulklassen zu sprechen. Renata Harris konnte 1939 mit dem Kindertransport Deutschland verlassen. Dem Vater, Alfred Adler, war nach seiner Freilassung aus Buchenwald ebenfalls die Flucht nach England gelungen. Ihre Mutter, Adelheid Adler, wurde jedoch 1942 deportiert und ermordet. Seit Mai 2012 erinnert ein Stolperstein an Adelheid Adler. Heute lebt die frühere Frankfurterin in England, verbringt aber auch viele Monate des Jahres in ihrer zweiten Heimat, in Österreich.

Renata Harris war 2012 das erste Mal wieder in Frankfurt, seitdem sie die Stadt mit dem letzten Kindertransport nach England am 26. August 1939 als „garantiertes Kind“ verlassen musste.*
*Sie ist am 26. Juni 1929 geboren als Tochter der Margarete Adelheid Adler, die aus einer oberschlesischen Juweliersfamilie stammte, und des Alfred Adler, der Generalvertreter der Silberwarenfabrik B. Bohrmann in Frankfurt war. Ihr Vater wurde bei den Novemberpogromen 1938 verhaftet und nach Buchenwald verschleppt. Der Mutter gelang es, einen Sponsor in England zu finden, so dass er am 5. Januar 1939 entlassen wurde und im April nach England emigrieren konnte. Von dort wollte er seine Frau nachkommen lassen. Dies war wegen des Kriegsbeginns nicht mehr möglich. Die Mutter wohnte und arbeitete unter wechselnden Adressen in Frankfurt und schrieb ihren letzten Brief am Karfreitag 1942 an ihre Tochter, bevor sie deportiert und ermordet wurde.

Vater und Tochter überlebten den Krieg in England. Renata hatte das „Glück“ in einem Internat unterzukommen. Sie beschreibt diese erste Zeit jedoch als sehr hart für ein 10jähriges Mädchen allein, ohne Freunde und Familie. Ihr Vater war nach der Rückkehr aus Buchenwald und der Emigration ein gebrochener Mann, der es nicht verkraften konnte, dass er seine Frau nicht mehr nachholen konnte. Renata lebte nach dem Krieg in England und später in Österreich und England.

Nach Deutschland hat sie einige Male Gruppen als Reiseleiterin begleitet, ohne jedoch nach Frankfurt zurückzukehren. 2012 kam sie das erste Mal auf Einladung der Stadt Frankfurt nach über 70 Jahren wieder in ihre Geburtsstadt. Wir begleiteten sie auf ihrem Weg der Erinnerungen an eine glückliche Kindheit.

Renata, was fühlten Sie, als Sie das erste Mal nach so langer Zeit wieder nach Frankfurt kamen?
„Ich hatte durchaus gemischte Gefühle wieder hierher zurückzukehren. Neben den wundervollen Erinnerungen an meine glücklichen Kindertage, fühlte ich noch die Vorsicht und die ängstlichen Gedanken, die uns die letzten Jahre begleitet hatten – bloß nicht auffallen. Umso mehr fühlte ich mich durch die Besuchergruppe in einer guten Gemeinschaft, nicht allein zu sein mit meiner Lebensgeschichte, insbesondere durch die warmherzige Einladung der Frau Oberbürgermeisterin Roth und des Magistrats auch wieder willkommen zu sein in dieser Stadt .“

Welches sind Ihre bedeutendsten Erinnerungen an Ihre Kindheit in Frankfurt?
„Wir waren eine liberale Familie, die sowohl die jüdischen Feiertage, wie auch die christlichen Festtage beging. Ich hatte ein christliches Kindermädchen.
Am Wochenende fuhren wir sehr häufig in den Vordertaunus, wanderten zum Fuchstanz und kehrten bei der Familie Meister ein, die den Gasthof bewirtschaftete. Dort saß ich oft auf dem Schoß vom Wirt „Onkel Toni“, der dann Zigarrenringe für mich blies. Auch Ferien verbrachten wir bei der Familie Meister in Oberreifenberg. Von diesen wunderschönen, unbeschwerten Ferientagen habe ich noch einige Fotos bewahren können.
Ich war ganz gerührt, als ich jetzt nach so vielen Jahren den Fuchstanz wieder besuchen und an meine schönen Erinnerungen an diese Zeit anknüpfen konnte. Ich denke auch an die Oper, in der ich „Hänsel und Gretel“ sehen durfte, an den Zoo – den ich ständig besuchte – mit Eislaufen, Reiten und Faschingsbällen. Ich denke an den Palmengarten, wo wir Kastanien gesammelt haben und 50 Pfg. bekamen, wenn wir diese im Zoo für die Tiere abgaben.“

Welche Erinnerungen haben Sie darüber hinaus an Ihre Frankfurter Zeit?
„Vor meinem inneren Auge wurde bei meinem Besuch vieles wieder lebendig: Sachsenhausen voller Apfelbaumgärten, wo wir Maikäfer sammelten und in Streichholzschachteln steckten, Schwimmen im Main, der Römerberg mit dem Weihnachtsmarkt – in den Kaisersaal des Römers durfte man nur mit Filzpantoffeln – Würschtel am Dom, meine Großmutter mit ihrem Kaffeeklatsch an der Hauptwache, das Schuhgeschäft Salamander auf der Zeil mit einem Reitelefanten.
Damals gab es schon ein italienisches Eiscafé auf der Zeil, das Eisbomben und Erdbeerkuchen anbot, auch ein Kaufhaus mit einem Restaurant im Erdgeschoss, in dem wir guten Hasenbraten mit Kartoffelknödeln gegessen haben.

In meiner Schule – dem Philanthropin – verkaufte eine alte Frau Jausenäpfel für 10 Pfg. auf dem Hof, die wir in der Pause gerne aßen. Wenn ich es eilig hatte, fuhr ich mit Rollschuhen zur Schule, was wir nicht durften. Dann gab ich die Rollschuhe bei der Hutmacherin meiner Mutter ab, die ein Atelier in der Nähe des Philanthropin hatte.
Ich habe nur eine einzige schlimme Erinnerung an Frankfurt, den Hauptbahnhof. Da habe ich die Mama zum letzten Mal gesehen. Wir waren unzertrennlich, da der Papa viel auf Reisen war. Als ich jetzt wieder am Bahnhof stand, war das ein sehr schmerzlicher Moment.“

Was war das wichtigste Ereignis während des Besuchs in Frankfurt?
„Das kann ich so gar nicht sagen. Vielleicht kein Ereignis, sondern ein Gefühl – wieder angekommen zu sein, mich willkommen zu fühlen.
Wenn ich es recht bedenke, habe ich mich die letzten 70 Jahre innerlich immer als Frankfurterin gefühlt. Und ich freue mich sehr, dass 2013 auch mein Vater vor dem Haus in der Gervinusstraße 22 (unser altes Haus wurde im Krieg zerstört) einen Stolperstein bekommen wird. Für meine Mutter wurde dort schon einer gelegt. Und dann sind meine Eltern wieder zusammen.“

Von Angelika Rieber

„Von einem Tag auf den anderen bist du englisch“

Erinnerungen

Viele Jahre lang hatte sich Renata Harris nicht mit ihrer Vergangenheit beschäftigt. Ihre deutsche Herkunft hatte sie gründlich abgelegt. „Von einem Tag zum anderen bist du englisch“, erzählt sie den Schülerinnen und Schülern.
Erst eine Anzeige im November 2011 regte sie an, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Gesucht wurden in dieser Anzeige Kindertransportkinder, die über Hoek van Holland nach England gekommen waren. Anlass war die Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an die Kindertransporte. „Channel Crossing to Life“ heißt das Denkmal, das am 30.November 2011 in Holland enthüllt wurde. „Es zeigt sechs Kinder. Sie warten. Neben ihnen Gepäck, Koffer, ein Geigenkasten. Ein Junge sitzt abseits, den Arm auf seinen Koffer gestützt. Vor ihm erstreckt sich der Hafen von Rotterdam.“

Frank Meisler ist der Künstler, selbst eines der Kinder, die nach England gebracht wurden. Vier Bronzeskulpturen hat Frank Meisler geschaffen. Das erste Mahnmal wurde 2006 am Bahnhof Liverpool Street in London eingeweiht. Dort kamen die Kinder an. Zwei weitere wurden an Orten errichtet, von denen Transporte ausgingen, in Berlin und in Danzig. Etwa 40 der ehemaligen Kinder kamen zur Enthüllung der Statue (Deutscher Bundestag 2011).

Für Renata Harris war diese Erinnerung an die Kindertransporte ein sehr bewegender Moment. Bei den Feierlichkeiten wurde sie von einer ehemaligen Frankfurterin auf das Besuchsprogramm der Stadt aufmerksam gemacht. Sie rief daraufhin in Frankfurt an und erhielt wenige Tage später eine Einladung der Oberbürgermeisterin. Voller Freundlichkeit und Wärme sei dieser Brief gewesen, erinnert sich Renata Harris. Parallel bemühte sich eine Nichte darum, dass ein Stolperstein für Renatas Mutter, die nicht mehr aus Deutschland fliehen konnte und 1942 deportiert wurde, gesetzt wird.

Im Mai 2012 war es dann so weit. Renata kehrte zum ersten Mal wieder an den Ort zurück, an dem sie früher gelebt hatte. Begleitet wurde sie von ihrem Sohn Oliver, mit dem sie nie über ihre Erfahrungen gesprochen hatte. Bewegt stand Renata Harris auf dem Bürgersteig in der Gervinusstraße, an der Stelle, an der das Haus stand, in dem sie eine „wunderschöne, herrliche Kindheit“ verlebt hatte.

„Man wird zur Erwachsenen über Nacht“

Wenige Wochen später kam Renata Harris noch einmal zurück. Dieses Mal folgte sie der Einladung der Stadt Frankfurt. Sehr deutlich spürte Renata Harris den Kontrast zwischen 1939, als sie Deutschland verlassen musste, und der heutigen Zeit. Sie nahm wahr, dass sie mit offenen Armen empfangen wurde.

Gerne nahm sie das Angebot der Projektgruppe an, mit einer Schulklasse zu sprechen, war jedoch unsicher, was sie sagen könnte, was von ihr erwartet werde. Die Unsicherheit schwand schon beim Begrüßungsabend im Jüdischen Museum. Angeregt unterhielt sie sich mit Klaus Hartenfeller, dem Lehrer der Klasse, der sie zwei Tage später in der Ernst Reuter-Schule empfing.

Wie Daniel in der Löwengrube fühle sie sich, begann Renata Harris das Gespräch in der Schule. Sie überlebte das Gespräch mit den Jugendlichen – wie einst Daniel – nicht nur unbeschadet, sondern sie fand interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer. Renata Harris berichtete von ihrer unbeschwerten Kindheit in Frankfurt. Sie erinnert sich an den Zoo, den Palmengarten und die zahlreichen Ausflüge zum Fuchstanz. Mit der Verhaftung des Vaters im November 1938 endete ihre Kindheit. „Man wird zur Erwachsenen über Nacht.“ Wochen später kam Alfred Adler als gebrochener Mann zurück. Sie habe ihn kaum wiedererkannt, erinnert sich Renata Harris.

Dem Vater gelang es mithilfe seiner Geschäftsbeziehungen, im April 1939 nach England zu fliehen. Seine Tochter konnte am 26. August 1939 mit einem Kindertransport Deutschland verlassen, kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs, nach dem keine weiteren Kindertransporte nach England mehr möglich waren. Renata Harris hat noch vor Augen, wie sie von der Mutter zum Hauptbahnhof gebracht wurde. „Wir sehen uns in ein paar Wochen.“ Mit diesen Worten machte Adelheid Adler ihrer Tochter Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. Der Mutter gelang es nicht mehr zu fliehen. Sie wurde 1942 deportiert und in Sobibor ermordet. Ihren Vater sah Renata in England nur selten. Sie erlebte ihn als einen gebrochenen Mann, traumatisiert von der KZ-Haft, vom Verlust der Heimat, vom Tod seiner Frau und von der sozialen Deklassierung durch die Emigrationsbedingungen. Nach Kriegsbeginn wurde er zudem 1940 als potentieller Spion erneut interniert und auf die Isle of Man gebracht.
Alfred Adler verstarb 1954 in England im Alter von 57 Jahren.

Renata Harris hatte Glück, dass sie in einem Internat eine gute Ausbildung erhielt. Ihr Deutsch verlernte sie völlig, denn „von einem Tag zum anderen bist du englisch“.
Ob sie denn Kontakte zu anderen Kindertransportkindern gehabt habe, wollten die Schülerinnen und Schüler wissen. Renata Harris erzählte den Jugendlichen, dass sie praktisch keine Kontakte zu anderen Deutschen hatte, also auch nicht zu den Kindern, die ein ähnliches Schicksal hatten wie sie.

Die ehemalige Frankfurterin wurde Stewardess und Reiseleiterin. Jahrelang bereiste sie viele Länder der Welt und machte dabei wichtige Erfahrungen für ihr weiteres Leben. Deshalb rät sie auch der Klasse, die Welt mit offenen Augen und Herzen zu erkunden und dabei zu lernen. „Geh, schau, fühl und dann komm zurück“, empfiehlt sie den jungen Leuten.

Wie sie sich in Frankfurt fühle, fragten die Schülerinnen und Schüler. In ihrer Antwort macht Renata Harris deutlich, dass erst die jüngsten Besuche in Frankfurt sie wieder zu ihren Wurzeln zurückgeführt hätten. In dieser Woche komme ihre alte Welt wieder zurück. Jetzt könne sie wieder sagen: „Ich bin eine Frankfurterin“. Dankbar war Renata Harris für die Gelegenheit, ihre Lebensgeschichte an junge Menschen weitergeben zu können. Sie fühlte sich geehrt.

Auch die Schülerinnen und Schüler und ihr Lehrer fühlten sich durch die Begegnung mit Renata Harris bereichert. Bemerkenswert fanden sie vor allem die Offenheit der Zeitzeugin. „Renata Harris war beeindruckend, fröhlich, herzlich, spontan. Ihr Vortrag war gerade deshalb so berührend“, so der Geschichtslehrer Klaus Hartenfeller nach dem Gespräch. Viele Schülerinnen und Schüler bewunderten die Ausstrahlung der ehemaligen Frankfurterin und „ihre Lebensfreude, trotz der schweren Vergangenheit“, von der sie überrascht waren. „Frau Harris ist eine außergewöhnliche und bemerkenswerte Frau. Trotz ihrer Erlebnisse und Schwierigkeiten, sich daran zu erinnern, ist sie zu uns gekommen und hat einen Teil ihres Lebens mit uns geteilt, den sie tief in sich begraben hatte. Ich fand es sehr toll und bewundernswert, dass sie trotz dieser Geschehnisse nach Frankfurt gekommen ist.“ „Dass sie überhaupt den Mut hatte, nach Deutschland zu kommen“, war für einen anderen Schüler von großer Bedeutung.

Den Bezug zu Frankfurt fand die Klasse besonders wichtig. So sei es leicht gewesen zuzuhören, denn viele der Orte, die Renata Harris in dem Gespräch erwähnte, waren den Schülerinnen und Schülern vertraut. Einer der Kommentare hob hervor, dass es neu und überraschend war, die Sicht eines Flüchtlings zu hören, der selbst aus Frankfurt stammte. „Dass ein 10jähriges Kind durch solche Umstände vom einen auf den anderen Moment Verantwortung übernehmen kann“, fand ein anderer Schüler bemerkenswert. Eine Schülerin stellte fest, die Lebensgeschichte von Renata habe auch positive Seiten zum Vorschein gebracht. „Was mich sehr erfreut und überrascht hat, war beispielsweise, dass ihre Schulausbildung in England von einer unbekannten Sponsorin getragen wurde.“ Ärger kam bei dieser Schülerin jedoch hoch, als Renata Harris von dem Brief der Oberbürgermeisterin erzählte, denn sie verband mit dem Anlass der Einladung die Tatsache, dass Renata Harris aus Deutschland vertrieben und ihre Mutter deportiert wurde. „Als Kind wurde sie gezwungen zu gehen, und danach wird sie als Ehrengast eingeladen. Ich habe mich geärgert, weil ich an den ganzen Schmerz denken musste, den Renata Harris durchleiden musste, getrennt von der Familie und alleine in einem fremden Land zu sein. Von einem zum anderen Tag hat man keine Identität, keine Kindheit mehr, muss mit schmerzhaften Erinnerungen und noch Vielem mehr leben. Ich kann mir das nur schwer vorstellen.“

Die Schülerinnen und Schüler setzten sich nicht nur mit der Frage auseinander, auf welche Weise sie durch das Gespräch bereichert wurden, sondern auch, welche Bedeutung es für Renata Harris hatte. „Überraschend fand ich, dass sie so glücklich darüber gewesen ist, dass sie ihre Lebensgeschichte an uns weitergeben durfte.“
„Kommen Sie demnächst öfters wieder nach Frankfurt?“ lautete daher eine der Fragen, die nach dem Gespräch aufkamen. Renata Harris bleibt weiterhin in Verbindung mit Frankfurt. Seither gingen viele Briefe zwischen ihr und den Menschen, die sie während ihrer Besuche kennen gelernt hat, hin und her, zahlreiche Telefonate werden geführt.

Da Renata Harris im Winter in Seefeld lebt und ich regelmäßig meinen Ski-Urlaub im Nachbarort verbringe, freuten wir uns schon im Sommer auf das Wiedersehen in Tirol. Renata Harris wird wieder kommen, schon in diesem Jahr, anlässlich der Verlegung eines Stolpersteins für ihren Vater.

Dort erlebte ich die 83jährige in ihrem Element. Sie ist die Seele im Büro der Schischule Seefeld. Fast jeden Tag ist sie dort, wirbelt, organisiert und sorgt dafür, dass sich die Skilehrer wohlfühlen. Mit einem Lächeln kommentiert ihr Mann John ihr Engagement.

KURZBIOGRAPHIE

Name:
Renata Harris, geb. Adler

Teilnahme am Besuchsprogramm: 2012, 2013, 2014

Geboren:
1929 in Frankfurt

Eltern:
Alfred Adler, geb. 1897 in Frankfurt, Kaufmann, wurde im November 1938 verhaftet und nach Buchenwald deportiert. Nach seiner Freilassung gelang ihm die Emigration nach England, wo er 1953 starb. Alfred Adlers Familie stammte aus Thalheim/Württemberg.

Adelheid Adler, geb. Golisch, geb. 1901 in Beuthen, wurde 1942 deportiert und ermordet. Ein Stolperstein erinnert an ihr Schicksal.

Die Familie wohnte in der Gervinusstraße 22 in Frankfurt.

Renata Harris besuchte das Philantropin. Sie konnte 1939 mit einem Kindertransport nach England fliehen.


Quellen:
Aufnahme des Gesprächs von Renata Harris in der Ernst-Reuter-Schule 1 in Frankfurt am 1.6.2012

Kommentare von Schülerinnen und Schüler nach dem Schulbesuch, Juni 2012

Gespräche mit Renata Harris in Frankfurt und in Seefeld im Mai und Juni 2012 sowie im Januar 2013

Fotos:
Angelika Rieber, Lisa Sophie Bechner, Brigitte Borgel, Renata Harris
Deutscher Bundestag: Erinnern ist Arbeit für Gegenwart und Zukunft

Texte:
Brigitte Borgel und Angelika Rieber