Aktuelle Termine

  • „Haymatloz“: Filmaufführung am 28. November 2017
  • Besuchsprogramm 2018: 2. bis 9. Mai 2018
  • Vorbereitungsseminar: Donnerstag, den 19. April 2018
  • Weitere Termine

Bericht über den Besuch von Ingrid Oppermann


Berichte über die Arbeit des Projekts:
Bericht im hessischen Fersehen
hr2-Doppelkopf


Jetzt neu: Autorenregister des PJLF


Bericht in The Times of Israel


Der neue Rundbrief 14 – September 2017 ist erschienen!


Briefe von Anuta Sakheim an ihren Sohn George Sakheim veröffentlicht: Nachrichten aus dem gelobten Land


Besuchsprogramm 2017:
Berichte und Bilder


Auftakt-Veranstaltung zur Errichtung eines Kindertransport-Denkmals in Frankfurt: Bericht unter News

Tipps für Vorbereitung und Begleitung der Spurensuche

Die Suche nach den Spuren ihres Lebens und ihrer Vorfahren ist für die ehemaligen Frankfurterinnen und Frankfurter wie für ihre Kinder und Enkel ein zentrales Motiv, die Einladung der Stadt anzunehmen. Sie möchten die Häuser/Wohnungen sehen, in denen sie selbst oder die Angehörigen gelebt haben, die frühere Schule besuchen oder die Gräber von Vorfahren aufsuchen. Entscheidend für die Erfahrungen, die die Besucher während ihres Aufenthaltes in Deutschland machen, ist eine sorgfältige Vorbereitung der Spurensuche vor Ort.

Grundlage für die Recherchen der Projektgruppe sind meist die von den zukünftigen Besuchern ausgefüllten Fragebögen. Teilweise kann das Archiv des Projektes zur Vorbereitung genutzt werden (Interviews mit Angehörigen oder Klassenkameraden, Klassenfotos etc.). Die Mitglieder der Projektgruppe bereiten die Besuche auch durch Recherchen in Archiven vor, stellen Kontakte her zu Museen oder lokalen Initiativen in den Herkunftsorten von Vorfahren, zu früheren Nachbarn oder auch zu den Menschen, die heute in der Straße, dem Haus oder der Wohnung leben, prüfen im Vorfeld die Zugänglichkeit der Friedhöfe oder die Lage von Gräbern.

Mitglieder der Projektgruppe und andere ehrenamtliche Mitarbeiter begleiten die Besucher oder sorgen dafür, dass sie vor Ort Unterstützung erhalten. Eine solche sorgfältige Vorbereitung vermindert die Gefahr von Enttäuschungen, wenn beispielsweise der jüdische Friedhof verschlossen oder das Grab nicht zu finden ist. Mögliche Widerstände etwa von heutigen Bewohnern der Häuser bzw. Irritationen können sich dann einstellen, wenn sich einzelne Personen überrumpelt oder unter Druck gesetzt fühlen. Insbesondere die heutigen Bewohner der Häuser, in denen die Vorfahren der Besucher gelebt haben, sollten daher nach Möglichkeit im Vorfeld informiert werden. Ein unangekündigter „Überfall“ kann unnötige Abwehr produzieren und zu Enttäuschungen bei den Besuchern führen. Durch Kontaktaufnahme im Vorfeld kann demgegenüber Vertrauen aufgebaut werden (Varda Albalach). Dennoch ist es immer wieder überraschend und erfreulich, wie viele Menschen auch bei unangekündigten Besuchen bereitwillig Türen öffnen und wildfremde Menschen in ihre Wohnungen bitten, sofern man ihnen angemessen die Hintergründe erläutert.

Auch für die Nachbarn, Archivare, Mitglieder von Lokalinitiativen etc. ist eine möglichst frühzeitige Information hilfreich, damit sie sich vorbereiten können: z.B. Dokumente, Zeugnisse oder Fotos heraussuchen, vervielfältigen und den Besuchern weitergeben, frühere Klassenkameraden und Nachbarn verständigen und einbeziehen oder ältere Bewohner befragen. Solche vorbereitenden Recherchen ermöglichen es, Lücken in der Erinnerung der Besucher zu füllen. Für die Besucher hat es meist außerdem eine hohe symbolische Bedeutung, wenn sie Dokumente oder Fotos in die Hand bekommen, die mit der Vergangenheit ihrer Vorfahren oder der eigenen Person verbunden sind.

Die Unterstützung und Begleitung bei der Spurensuche sind Angebote der Projektgruppe. Die Entscheidung, welche Orte man tatsächlich aufsucht oder welche Personen man aufsucht, treffen jedoch die Gäste. Keinesfalls sollte ihnen eine Aktivität aufgedrängt werden. Jedoch sollte man auch den umgekehrten Fehler meiden und aus übergroßer Befürchtung, sich aufzudrängen, Vorschläge erst gar nicht unterbreiten. Damit die Besucher entscheiden können, ob sie Angebote annehmen oder nicht, sollten sie möglichst genau darüber informiert werden, was sie erwartet. Klarheit mindert Unsicherheit.

Die Begegnungen vor Ort sind unter Umständen mit sehr gemischten Gefühlen verbunden, vor allem dann, wenn man ältere Bewohner oder frühere Klassenkameraden trifft, deren Haltung man nicht kennt. Hier haben die Begleiter eine wichtige Funktion. Sie können klären oder erklären, vermitteln, übersetzen, beruhigen, auffangen oder trösten.
Die Spurensuche vor Ort sollte unbedingt dokumentiert werden. Dazu gehören Fotos, Erfahrungsberichte der Begleiter und der Zeitzeugen sowie das Zusammenstellen aller wesentlichen Informationen und Dokumente. Die Beteiligten werden gebeten, diese Dokumente dem Projekt in Original oder in Kopie zur Verfügung zu stellen, damit sie für nachfolgende Besuche von Angehörigen genutzt werden können.

Welche Archive/Institutionen können bei der Spurensuche weiterhelfen?

Frühere Wohnadressen in Frankfurt bzw. Firmenadressen

  • Stadtarchiv (Adressbücher, Fotokartei, Einwohnermeldekarten)
  • Jüdisches Museum

Klassenlisten/Zeugnisse

  • Stadtarchiv
  • Jüdisches Museum (Jüdische Schulen)
  • Evtl. Schularchive
  • Vereine ehemaliger Schülerinnen und Schüler

Informationen über die Schicksale von Angehörigen

  • Jüdisches Museum Frankfurt: Deportierten-Datenbank
  • Bundesarchiv Berlin: Onlinegedenkbuch
  • Yad Vashem: Shoa Victims` Names
  • Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
  • Evtl. Gedenkstätten

Vorsicht: Angaben unterscheiden sich teilweise!

Informationen über die Herkunftsorte von Vorfahren

  • Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung, Stadtarchiv, lokale Museen
  • Stolpersteininitiativen
  • www.alemannia-judaica.de
  • Internetrecherchen: Synagoge, jüdische Geschichte
  • Lokale Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (siehe Liste des DKR = Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit)

Jüdische Friedhöfe

In Frankfurt kann man Informationen über die Verwaltung der Jüdischen Friedhöfe einholen. In anderen Orten ist, sofern es keine jüdische Gemeinde gibt, die Stadtverwaltung zuständig. Dort kann man in den meisten Fällen erfahren, wer den Schlüssel für den Friedhof hat und ob es einen Lageplan gibt.

© Verein Projekt jüdisches Leben in Frankfurt e.V.