KURZBIOGRAPHIE

Fred Hammel
1921 – 2001

Besuchsprogramm 1992 und 2026

*Besuchte Schulen:*Bild
Schwanthalerschule
Wöhler-Realgymnasium
Philanthropin

Ausbildung:
Vibo Schwanheim Lederwerke (Sept.1936 – Sept. 1938)
Kaufmännischer Privatunterricht bei Louis Scheuer (Okt. 1938 – Apr. 1939)

Eltern:
Max Hammel (1881 – 1938)
Kaufmann
Alice Hammel, geb. Ullmann (1890 – 1981)

Geschwister:
Grete (Gretel) Hammel (1915 – 2002)
Ausbildung in der Schweiz

Emigration:
Gretel: 1938 nach Mexiko
Fred: 1939 mit Kindertransport nach England
Mutter: 1940 nach Mexiko


Quellen:

 

  • Briefe von Fred Hammel an W. G. vom 6.8.1995, 25.6.1996, 29.9.1996, 30.4.1997, 24.7.1997, 1.9.1997, 28.2.1999.

 

  • Interviews aus dem Jahr 1995, auf denen Fred Hammel über sein Leben spricht: Interview im Gratz College in Melrose Park, Pennsylvania. Originale im Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C.

 

  • Briefe von Fred Hammel an Familie Bähnisch vom 3.2.1997, 23.2.1997, 24.7.1997.

 

  • E-Mails von Mark Hammel an W. G. vom 8.12.2017, 10.12.2017, 31.12.2017.

 

  • Hirschberg, Gerd, Die jüdischen Gemeinden Neufreistett und Rheinbischofsheim. Stadt Rheinau: Selbstverlag, 2015.

Text und Recherchen:
Waltraud Giesen
Heinz-Theo Krönker

Erschienen: Mai 2026

Fritz (später Fred) Hammel

„Fritz, wir müssen dich hier rausbringen.“

von Heinz-Theo Krönker

Fritz wurde 1921 in Frankfurt-Sachsenhausen in einer großbürgerlichen, liberal-jüdischen Familie geboren. Seine Eltern waren Max und Alice Hammel. Vater Max betrieb in Offenbach eine Lederwarenfirma. Fritz hatte noch eine ältere Schwester, Grete (Gretel), die nach ihrem Abitur in der Schweiz eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester absolvierte und 1938 nach Mexiko auswanderte.

Fritz besuchte zunächst in Sachsenhausen die Schwanthalerschule und wechselte 1931 an das Städtische Wöhler-Realgymnasium. Die letzten drei Schuljahre verbrachte er am Philanthropin. Die 1936 in den Vibo-Schwanheim Lederwerken begonnene Lehre konnte Fritz nicht beenden. 1938 wurde die Firma „arisiert“ und Fritz entlassen. Anschließend erhielt er für einige Monate kaufmännischen Privatunterricht.

Sieben Tage nach dem Ausscheiden aus diesem Unterricht konnte er am 19.4.1939 mit einem Kindertransport nach England flüchten. Sein Vater war zuvor nach Misshandlungen, die er nach seiner Verhaftung im Rahmen der Pogromnacht erlitten hatte, gestorben. Mutter Alice gelang es, 1940 zu ihrer Tochter nach Mexiko zu kommen. Fritz erhielt im selben Jahr ein Einwanderungsvisum in die USA.

Link zu dem Artikel über Fred Hammel: Waltraud Giesen, „Fritz, wir müssen dich hier rausbringen.“ in: Angelika Rieber und Till Lieberz-Gross (Hg.), Rettet wenigstens die Kinder. Kindertransporte aus Frankfurt am Main – Lebenswege geretteter Kinder, 2018, S. 120-131.