KURZBIOGRAHIE

Julius Wertheimber (1844-1935)
Bankier
Sitz des Bankhauses L & E Wertheimber in der Börsenstraße 13

Ehefrau: Katharina Wertheimber, geb. Rindskopf (1858-1921)

Wohnadressen:

  • Myliusstraße 29 in Frankfurt
  • Villa Wertheimber, Tannenwaldallee 50 in Bad Homburg

Kinder:
Juliane (1880-1940), verh. Krahmer
Eugen (1881–1914)

Familie von Juliane Wertheimber:
Ehemann: Dr. Robert Krahmer (1865-1921)
Kinder:
Kurt (1900)
Hans Werner (1901)
Wolf (1904)
Anita (1907)

Familie von Eugen Wertheimber:
Ehefrau: Elisabeth , geb. Fester (1888-1930)


Quellen:

  • Astrid KrügerAccatium –Die Villa Wertheimber im Gustavsgarten, in: Aus dem Stadtarchiv, Band 26, Bad Homburg 2015
  • Angelika Rieber: Villa Accatium – Familie Wertheimber, in: „Plötzlich und unerwartet fand ich mich ausgeschlossen“. Christen jüdischer Herkunft im Hochtaunuskreis, ein Begleitbuch zu den Ausstellungen in Bad Homburg, Königstein und Oberursel, 2022
  • Stadtarchiv Bad Homburg
  • Jüdisches Museum Frankfurt
  • Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

Fotos:
Uwe Lange

Recherche und Texte:
Angelika Rieber, erschienen 2017, ergänzt 2026

Familie Wertheimber

„Auf in den Taunus“

Von Angelika Rieber

Die Familie Wertheimber prägte die Frankfurter und die Bad Homburger Geschichte auf vielfältige Weise. Julius Wertheimber gehörte zu den Frankfurter Bürgern, die sich einen Sommer- und späteren Wohnsitz am Taunusrand bauten. Der Bankier ließ 1998 eine prächtige Villa in der Bad Homburger Tannenwaldallee errichten, die zunächst nur im Sommer, später als dauerhafter Wohnsitz genutzt wurde. „Accatium“ wurde die Villa wegen der damals noch im Gustavsgarten stehenden Akazien genannt.

Julius Wertheimber (1855-1935) stammte aus einer jüdischen Familie in Franken, seine Frau Katharina Susanne, genannt Ketty, aus den Niederlanden. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, die Tochter Juliane (1880) und den Sohn Eugen (1881). Die beiden Kinder wurde 1893 im Alter von 13 und 12 Jahren in Frankfurt getauft. Ketty Wertheimber trat 1900 zum Christentum über, ihr Mann Julius folgte diesem Schritt neun Jahre später.

Während des 1. Weltkriegs diente Eugen Wertheimber Soldat. Er fiel 1914, wenige Wochen nach Kriegsbeginn. Weitere schwere Schicksalsschläge trafen die Familie 1921. Ketty Wertheimber erkrankte Anfang des Jahres schwer und starb am 18. April 1921, ihr Schwiegersohn Robert Krahmer nur wenige Monate später. Julius Wertheimber starb 1935 in seiner Villa in Bad Homburg. Die Tochter Juliane Krahmer lebte noch bis 1938 in Bad Homburg. Nach dem November 1938 floh sie nach Frankreich. Kurz nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich und drei Tage vor der Besetzung von Paris setzte Juliane Krahmer am 11. Juni 1940 ihrem Leben ein Ende.

Während des Zweiten Weltkriegs waren in der „Villa Accatium“ verschiedene Einrichtungen untergebracht. Heute befindet sich dort das Stadtarchiv der Stadt Bad Homburg.

Ausstellungen der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus in Zusammenarbeit mit den Dekanaten und den Kirchengemeinden in Oberursel (2014), Bad Homburg (2017) und Königstein (2022) sowie ein Ausstellungskatalog erinnern an die Christen jüdischer Herkunft, darunter die Familie Wertheimber.